| |
32
2 Berechnung von Phasengleichgewichten mit DISQUAC
Die genaue Darstellung von Flüssig-Flüssig-Gleichgewichten (LLE) ist schwieriger als die Be-
schreibung von Dampf-Flüssig-Gleichgewichten. Während der Aktivitätskoeffizient bei VLE nur
einen Korrekturfaktor darstellt, wird bei LLE die Form der Binodalkurve und die Lage der Kon-
noden allein durch die Werte der Aktivitätskoeffizienten bestimmt. Dies bedeutet, dass kleine
Ungenauigkeiten in den Werten der Aktivitätskoeffizienten schnell zu großen Fehlern bei der
Darstellung von LLE führen. Das ist auch ein Grund dafür, dass bisher keine zufriedenstellende
Vorausberechnung von LLE möglich ist. Außerdem hatten Gonzales et al. (1997) bei der Unter-
suchung von Methanol-Alkan Mischungen festgestellt, dass es schwierig ist, sehr breit aus-
geprägte Mischungslücken mit DISQUAC zu beschreiben. Um so erstaunlicher, dass mit den
gefundenen Wechselwirkungsparametern die Binodalkurve nicht nur am Rande des Konzentrati-
onsbereiches (vgl. Bilder 2.15, 2.16 und 2.18), sondern auch im kritischen Gebiet mit seinem
flachen nicht-analytischen Verlauf gut wiedergegeben wird. Das belegt auch der Vergleich zwi-
schen den experimentell (Fornefeld-Schwarz, 1998) bestimmten und den mit DISQUAC berech-
neten kritischen Temperaturen (Tabelle 2.11).
Bild 2.15
Flüssig-Flüssig-Gleichgewicht der binären Mischung g-Butyrolakton (1)
+ Heptan (2) bei atmosphärischem Druck
exp. Werte von Fornefeld-Schwarz (1998)
DISQUAC
x1
|  |
|
| |
|
|