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Modellierung komplexer Systeme : flüssige Mischungen mit Laktonen undTransportprozesse in Polymeren

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4 2 Berechnung von Phasengleichgewichten mit DISQUAC In  der  Praxis  wird  heutzutage  zunehmend  versucht,  die  realen  Mischungseigenschaften,  insbe- sondere bei Phasengleichgewichten, mit Hilfe von Gruppenbeitragstheorien vorauszuberechnen. Allen bestehenden Gruppenbeitragstheorien ist gemeinsam, dass die Flüssigkeitsmoleküle als ein Ensemble einzelner chemischen Gruppen (Strukturgruppen) dargestellt werden, deren Wechsel- wirkung  untereinander  durch  Wechselwirkungsparameter  beschrieben  wird.  Auf  diese  Weise wird  es  möglich,  aus  relativ  wenigen  chemischen  Gruppen  die  ganze  Vielfalt  von  Molekülen zusammenzusetzen und deren Mischungsverhalten mit einiger Sicherheit vorauszusagen, ohne es vermessen zu müssen.   Die folgenden Gruppenbeitragstheorien sind zur Zeit am weitesten verbreitet: ASOG (Analytical Solutions Of Groups), das vor allem in Japan Verwendung findet, UNIFAC (UNIquac Functio- nal group Activity Coefficient method), und eine allgemeine quasi-chemische Gruppenbeitrags- theorie  TOM  /  DISQUAC  (Theorie  Organischer  Mischungen  /  DISpersiv-QUAsi-Chemische- Theorie). Alle drei Modelle beruhen auf der Gittertheorie von Guggenheim (1952), die Grund- gleichungen  stammen  von Barker  (1952,  1953,  1954).  Von  diesen drei Verfahren hat sich der UNIFAC Ansatz, trotz mancher Mängel, am meisten in der Verfahrenstechnik durchgesetzt. Für stark reale Mischungen liefert DISQUAC allerdings bessere Ergebnisse, wie es von Fornefeld- Schwarz  (1998)  gezeigt  wurde.  Sie  untersuchte  die  Flüssig-Flüssig-Gleichgewichte  und  stellte fest, dass UNIFAC (Gmehling et al., 1993) die Mischungslücken von Mischungen mit Laktonen nicht vorhersagen kann. Außerdem übertrifft DISQUAC den UNIFAC Ansatz nicht nur an Qua- lität, sondern erlaubt durch die Aufteilung der attraktiven Wechselwirkungen in Flüssigkeiten in zwei verschiedene Anteile (dispersiv und quasi-chemisch) auch einen Einblick in die physikali- sche Struktur der Mischungen. Der Nachteil von DISQUAC gegenüber UNIFAC liegt in einem viel kleineren Satz von Gruppenwechselwirkungsparametern, was unter dem Gesichtspunkt ei- nes möglichst allgemeinen Einsatzes, z. B. bei Prozesssimulation, von Bedeutung ist. Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Anwendbarkeit der DISQUAC Theorie für die binären so- wie ternären Mischungen mit den Laktonen untersucht und die neuen Wechselwirkungsparame- ter zwischen der zyklischen Ester-Gruppe (c-COO) und Alkan-Gruppe (CH2, CH3) sowie Ben- zol-Gruppe (C6H6) bestimmt. Die Strukturformel der untersuchten Stoffe, d.h. der vier Laktone g-Butyrolakton mit einem fünfgliedrigen Ring, g-Valerolakton, ebenfalls mit einem fünfgliedri- gen Ring, jedoch mit einer zusätzlichen inerten CH3-Gruppe, d-Valerolakton mit einem sechs-
  
Lehrbuch der anorganischen Chemie
Siehe auch:
Lehrbuch der Anorganischen Chemie
Maßanalyse: Theorie und Praxis der Titratione...
Halliday Physik: Bachelor-Edition
Physikalische Chemie
 
   
 
     
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